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St. Nicolai-Kirche

In Wöhrden wurde die erste Kirche zwischen 1140 und 1281 erbaut. Vermutlich war ihr Äußeres mit Blei eingedeckt und die Wände größtenteils aus Holz. Außerdem war sie mit einer 3,00 bis 6,00 m hohen Feldsteinmauer umgeben; schon zu diesem Zeitpunkt trägt sie den Namen Sankt Nicolai, die dem Schutzpatron der Kaufleute und Schiffer, dem Heiligen Nikolaus, geweiht wurde.

Am 7. September 1319 fiel Graf Gerhard von Holstein in Dithmarschen ein, einen Tag später erreichte er Wöhrden. Die Wöhrdener und einige dithmarscher Krieger flüchteten sich daraufhin in die Kirche, die von den Angreifern aber kurzerhand in Brand gesetzt wurde. Die Eingeschlossenen riefen die Jungfrau Maria an und versprachen den Bau einer neuen Kirche, sollten sie mit dem Leben davonkommen. Schließlich stürmten die Dithmarscher in ihrer Verzweiflung aus der Kirche und schlugen den überraschten Feind in die Flucht.

Die daraufhin gebaute zweite Wöhrdener Kirche, die Bedeutung für die ganze Region hatte, war eine spätgotische Hallenkirche.

Am 7. September 1319 fiel Graf Gerhard von Holstein in Dithmarschen ein, einen Tag später erreichte er Wöhrden.

Die Wöhrdener und einige dithmarscher Krieger flüchteten sich daraufhin in die Kirche, die von den Angreifern aber kurzerhand in Brand gesetzt wurde.

Die Eingeschlossenen riefen die Jungfrau Maria an und versprachen den Bau einer neuen Kirche, sollten sie mit dem Leben davokommen.

Schließlich stürmten die Dithmarscher in ihrer Verzweiflung aus der Kirche und schlugen den überraschten Feind in die Flucht.

Die daraufhin gebaute zweite Wöhrdener Kirche, die Bedeutung für die ganze Region hatte, war eine spätgotische Hallenkirche.

Der Boden der Kirche lag jedoch durch das weitere Anwachsen der Wurt schließlich einige Meter unter der Wurt-Oberfläche, so dass ein über Jahrhunderte anhaltendes Problem mit einfließendem Wasser bestand.

Eine Bodenerhöhung 1741 konnte keine Abhilfe schaffen. Letztlich entscheidend für den baulichen Verfall der Kirche dürfte aber die Wand zwischen den beiden Schiffen gewesen sein, durch das regelmäßig Wasser eindrang und das stützende Holz irreparabel beschädigte.

Mit Einführung der Reformation ändert sich die Kircheneinrichtung total. Viele Kostbarkeiten gehen verloren, Die sechs Nebenaltäre verschwinden. Gold- und Silbersachen werden eingeschmolzen oder wie die teuren Altargegenstände und Heiligenbilder verkauft. Erhalten ist ein Alabasterrelief vom 12. Juli 1613, gestiftet von Hinrich und Anna Kruhsen und der 20-flammige Messingkronleuchter von 1643, gestiftet von Henning Jungen Hebke. Zwei der drei erwähnten Glocken (eine wurde im 1. Weltkrieg vom Staat eingezogen) Sind noch vorhanden. Eine, l.200 kg schwer, ist von 1453. Sie trägt die in Niederdeutsch bzw. Latein abgefasste Inschrift:

„Anno Dei MCCCCLIII (1453). Maria bin ich genannt, das Kirchspiel zu Oldenwöhrden ließ mich gießen St. Antonius. Die Verstorbenen beklage ich, die Lebenden rufe ich, die Blitze breche ich. Meine Stimme ist die Stimme des Lebens; ich rufe Euch zum Gottesdienst. Kommt! Gott sorge für meine Seele, Hermen Klinghe, der mich gegossen hat."

Die zweite Glocke, 300 kg schwer, trägt nur das Datum MCCCCXIII (1493).

1777 kommt das, was sich schon seit über zehn Jahren abzeichnet, große durchgängige Risse in der Arkadenwand und den tragenden Bögen erzwingen eine behördliche Schließung der Kirche wegen Einsturzgefahr. Durch die Sandsteinrinne ins Mauerwerk eindringendes Regenwasser ist ursächlich für die enormen Schäden. Die Kirche wurde abgerissen und eine neue erbaut. Von 1777 - 1788 diente das Materialienhaus als Interimskirche.

Dithmarschen, 1559 vom Königreich Dänemark bekriegt und besiegt, zunächst dreigeteilt, wird 1582 in Norder- und Süderdithmarschen aufgeteilt. Die Grenze verläuft mitten durch das Kirchspiel Wöhrden. Es entstehen die Kirchspiele Norder- und Süderwöhrden, mit der Kirche im Wurtdorf Oldenwöhrden. Kirchlich ändert sich nichts. Sie bleibt als Institution zuständig für das gleiche Gebiet wie zuvor. Ein Kuriosum ist jedoch, dass das in Norderdithmarschen liegende Kirchspiel Norderwöhrden und das in Süderdithmarschen befindliche Kirchspiel Süderwöhrden für den Unterhalt und Zustand der Kirche verantwortlich ist. Dieser Umstand stellt sich als sehr nachteilig heraus. Norderwöhrden will die Kirche reparieren, Süderwöhrden möchte einen Neubau. Gutachten, Reparatur- und Neubauberechnungen sind über Jahre Verhandlungsgegenstand beider Kirchspiele.

Endlich, 1785 einigt man sich. Johann August Rothe wird am 12.01.1786 mit einem Neubau beauftragt. (Rothe, aus Altenburg, Thüringen, wohnt seit einigen Jahren in Ahrensburg). Am 21. Sept. 1788 findet die feierliche Einweihung der neuen, im barocken Stil errichteten, St. Nicolai Kirche statt. Das lichtdurchflutete Kircheninnere ist, abgesehen von einigem Zierrat aus echtem Blattgold, von schlichter Schönheit. Die wenigen, von Bildhauer Hans Holtmeyer, Wewelsfleth, stammenden Schnitzarbeiten prägen den Altar mit Kanzel. Der 170 kg schwere Taufkessel war, wie erwähnt, verkauft worden. Statt dessen schwebt, von einer Eisenstange gehalten, ein von H. Holtmeyer geschnitzter Taufengel im Altarraum.

Nachdem die während der Bauzeit in einigen Grabkellern bestatteten Verstorbener wieder herausgenommen worden sind, und ihre endgültige Ruhestätte erhalten und der Friedhof wieder hergerichtet ist, kann man mit Recht stolz auf das Geschaffene sein.

Leider hat man nicht lange Freude am neuen Werk. Insbesondere das hübsche Dach des 42 m hohen Turmes bereitet Sorgen. Die Kupfereindeckung muss ständig repariert werden. Trotz Neueindeckung, 1795, lässt sich 1812 der Abriss des Turmes nicht mehr vermeiden. Der Turm erhält ein so genanntes Zeltdach. Damit nicht genug, der ganze Turm neigt sich im Laufe der Zeit immer mehr nach Westen. Schließlich erfolgt 1950 aus Sicherheitsgründen ein Verbot des Glockenläutens, 1956 wird der Turm abgerissen. Zuvor kommen die Glocken neben der Kirche in einen hölzernen Behelfsglockenstuhl. Nach Fertigstellung des Turmneubaues, 1957, erhalten die Glocken wieder ihren angestammten Platz. Mit der Anschaffung einer 400 kg schweren Glocke und der Stiftung einer 600 kg schweren Glocke von Reimer Winckelmann, Wöhrden, verfügt die. Kirche ab 1957 über ein Vierergeläut. Eine fünfte, kleine Glocke hängt zu Osten in der Turmmauer. Sie soll 1735 in Neuenwisch gegossen worden sein, und wurde früher bei Feuer- und Sturmflutgefahr geläutet. Zu diesem Zweck hing außerhalb des Turmes ein Seil zur Erde herab.

Die Kirchturmuhr stammt aus dem Jahre 1960.

Die Schnitzerei am Altar und der Taufengel wurden von Hans Holtmeyer aus Wewelsfleth gefertigt.

Ursprünglich gab es in Schleswig-Holstein 62 Taufengel; davon befinden sich heute noch 23 in Gebrauch.

Die Kirche verfügt über eine wertvolle historische Orgel, die von dem Orgelbauer Anthonius Wilde aus Otterndorf im Jahre 1593 erbaut wurde.

Rund um die Kirche führte in der Vergangenheit eine Friedhofsmauer, in der sich die geschützte Mauerraute angesiedelt hat.

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